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Vor rund 20 Jahren war die Wahl eines Technologieanbieters eine Grundsatzentscheidung: Man traf sie einmal – und lebte dann möglichst lange damit. Also suchte man sich eine Lösung, die für die nächsten fünf Jahre alles Wesentliche abdeckte, und legte los.

Diese Zeiten sind vorbei, und nirgends merkt man das so deutlich wie bei der KI. Wie soll man sich für fünf Jahre auf ein Modell festlegen, das heute verfügbar ist und morgen schon gesperrt sein kann? Dieselbe Unsicherheit hat inzwischen auch die Cloud erreicht: Laut dem Bitkom Cloud Report 2026 halten 85 Prozent der deutschen Unternehmen das eigene Land für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern.

Als ich diese Zahl gelesen habe, dachte ich mir: Da werden sich viele nach einem neuen Anbieter umsehen.

Den Impuls kann ich verstehen. Nur löst ein Anbieterwechsel das eigentliche Problem nicht. Ein neuer Anbieter tauscht nur die eine Abhängigkeit gegen die nächste.

Ich halte es also für klüger, sich abzusichern. Dafür muss man aber eine andere Frage stellen: Was passiert, wenn ein zentrales Modell oder die genutzte Cloud morgen wegfällt? Und wie schnell ist dann ein Wechsel möglich?

In ein paar Stunden? Oder erst nach Monaten voller Umbauarbeiten und teurer Egress-Gebühren?

Infrastruktur sollte eine Konfigurationsentscheidung sein

Ein Beispiel: Ein automatisiertes Lager nutzt für die Routenoptimierung einen externen Machine-Learning-Service. Eines Morgens ist dieser Service offline, etwa wegen einer Handelsbeschränkung oder eines technischen Fehlers. Ist keine Alternative angebunden, verlässt keine Lieferung mehr das Lager.

Für die meisten Kunden ist das eine ärgerliche Verzögerung. Für jemanden, der auf ein Folgerezept wartet, oder für ein Krankenhaus, das auf Nachschub wartet, kann daraus schnell ein ernsthaftes Problem werden.

Nun dasselbe Lager, aber mit einer Integrationsebene dazwischen. Der externe Service erhält nur die Parameter, die er für die Berechnung benötigt, die Stammdaten bleiben im Unternehmen. Fällt der Service aus, stellt das Team auf eine alternative KI um, etwa ein europäisches Open-Source-Modell. Die physische Steuerung im Logistikzentrum läuft währenddessen einfach weiter.

In beiden Fällen kam dieselbe KI zum Einsatz. Ob der Ausfall zur Krise wurde oder nicht, entschied allein die Ebene dazwischen.

Genau darauf sollten Unternehmen ihren Blick richten.

Diese Ebene liegt zwischen den eigenen Systemen und allem, wovon sie abhängig sind. Sie leitet Daten nach selbst definierten Regeln: nach Kritikalität, nach Sicherheitsanforderungen oder danach, was eine Aufsichtsbehörde gerade vorschreibt.

Ist sie sauber aufgesetzt, bedeutet der Austausch eines Anbieters nur noch eine geänderte Einstellung. Und keinen Versorgungsengpass in der Region.

 

Welche Cloud du morgen brauchst, weiß heute niemand

Dasselbe gilt für die Cloud – und für die Frage, wo die Plattform selbst betrieben wird.

Ob man nun zu den 85 % gehört, die von US-Hyperscalern wegwollen, oder nicht: die Skalierbarkeit und Geschwindigkeit dieser Services stehen außer Frage. Es wird Phasen geben, in denen ein Unternehmen genau diese Schnelligkeit und Agilität braucht. Und es wird Zeiten geben, in denen es sich gegen geopolitische Risiken absichern und lieber auf einen heimischen Anbieter setzen möchte.

Lobster bleibt dieselbe Plattform, ob wir sie in der Lobster Cloud betreiben oder der Kunde sie als Private Cloud in seinem eigenen Account nutzt. In Frankreich haben wir sie für Scaleway validiert, ein Unternehmen der Iliad-Gruppe mit Rechenzentrum in Paris und rein europäischen Eigentümern.

Das gibt Kunden heute eine souveräne Option. Und es lässt ihnen die Freiheit, diese Entscheidung neu zu treffen, wenn weitere Optionen hinzukommen.

Die Entscheidung zählt nur, wenn dein Team sie auch umsetzen kann

Seien wir ehrlich: Auch eine Integrationsplattform ist eine Abhängigkeit.

Ohne sie wird aber jedes Modell, jede Cloud und jede Partneranbindung zu einer eigenen Abhängigkeit, die tief im eigenen System verankert ist. Eine kleine Änderung? Das ist dann ein Projekt. Und das steht meist ganz unten auf der Liste eines externen Anbieters.

Mit einer Integrationsschicht, die dein Team selbst bedienen kann, ist dieselbe Änderung schnell erledigt. Und das ist der zweite Vorteil: Bindet ein Logistikdienstleister einen neuen Partner an oder stellt ein Partner sein System um, passen deine eigenen Leute die Schnittstellen direkt an – ganz egal, wo die Daten physisch liegen.

Die Wahl ist also: Dutzende Einzelabhängigkeiten, die jedes Mal jemand anderes mühsam entflechten muss. Oder eine einzige Entscheidung, bei der die Kontrolle in deinem Team bleibt.

Was das möglich macht

Das ist der Punkt, der mich am meisten zuversichtlich stimmt. Wenn dein Team ein Modell, eine Cloud oder ein Data Warehouse innerhalb einer Woche austauschen kann, muss niemand mehr Energie darauf verwenden, eine Infrastrukturentscheidung zu rechtfertigen. Stattdessen bleibt Zeit für das, was wirklich zählt: die Erkenntnisse aus den Daten.

Die hundertprozentig zukunftssichere Architektur war schon immer eher Wunschdenken. Die Welt ändert sich zu schnell, als dass ein starrer Bauplan lange Bestand hätte. Besser sind Systeme, die sich anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen verschieben.

Kein Unternehmen hat Einfluss darauf, welcher Cloud-Anbieter nächstes Jahr das benötigte Modell hat. Ebenso wenig darauf, was eine Aufsichtsbehörde fordert oder was in der Politik beschlossen wird. Beeinflussen lässt sich aber, wie schnell ein Kurswechsel gelingt.

Genau dabei hilft Lobster.